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Die Bildersprache unserer Träume

Viele Menschen würden sicherlich mehr auf ihre Träume achten, wenn sie sie auf Anhieb verstehen könnten. Zwar gibt es auch weniger verschlüsselte Botschaften, doch sie sind eher die Ausnahme. Dagegen sind jene Träume, welche wichtige Einblicke in die eigene Persönlichkeit, in verdrängte Bedürfnisse, Gefühle und Erfahrungen bieten, meistens besonders verzerrt. Das kann damit zusammenhängen, daß das Bewußtwerden des Konfliktes mit Ängsten verbunden ist. So wie ursprünglich das unangenehme Erlebnis aus Schutz und zum Zwecke des Weiterlebens verdrängt wurde, so verdrängt eine Instanz in uns das Wiedererleben der schmerzhaften Erfahrung. Als von innen kommende Schutzmaßnahme ist auch die Tatsache zu sehen, daß manche Menschen kurz vor Ausbrechen von Panik aus einem Alptraum erwachen, zum Beispiel gerade bevor sie in einen Abgrund stürzen. Diese Instanz erschwert demnach das Verständnis der Traumsprache.

Eine andere Erklärung für die vielen Bilder in den Träumen ist viel einleuchtender. Jeder Mensch verfügt über Phantasie und Kreativität, welche sich in den Träumen ausdrücken. Wovor nämlich sollte uns eine innere Instanz schützen, wenn wir einen rätselhaften Traum haben, in dem wir uns wundervoll fühlen? Oder wenn wir phantastische Dinge tun und Abenteuer erleben, was uns unwahrscheinlich begeistert? Ein Kind läßt diese Eigenschaften noch unbefangen zu. Leider verkümmern sie alsbald durch Erziehungsmaßnahmen aber auch mit zunehmendem Wachstum von Verstand und Logik.

Wir wissen, daß die Tätigkeiten unserer linken und rechten Gehirnhälften dabei eine Rolle spielen. Die linke Hemisphäre ist schwerpunktmäßig der Ort des linearen und logischen Denkens und steuert die rechte Körperhälfte, während die rechte Hemisphäre das kreative, ganzheitliche und 'ungerichtete' Denken und die linke Körperhälfte bestimmt. Während des Träumens scheint die rechte Hirnhemisphäre voll tätig zu sein. Fest steht jedenfalls, daß die Gedanken und Gefühle in unseren Träumen ganzheitlicher Natur und viele von ihnen denjenigen eines fünf- oder sechsjährigen Kindes sehr verwandt sind.

In unseren Träumen tritt die Vielfalt unserer Kreativität auf faszinierende Weise und ungebrochen immer wieder hervor. Wer kommt schon im Wachleben auf die Idee, einen Tomatenbaum zu malen? Oder darauf, daß weiche bunte Seidenkissen wie Blumen auf einer Wiese wachsen? Wer läßt aus  der Vertiefung unter dem Auge grüne Kräuter sprießen? Oder in einer offenen Wunde am Leib Samenkörner keimen? Ist ein geöffneter Cellokörper nicht eine wunderschöne Wiege für einen Säugling? Und eine Kuh, die mit den Beinen ausschlägt, die Augen rollt, die Zähne fletscht und die Zunge verdreht, ist alles andere als stumpfsinnig. Dinosaurier fliegen durch die Luft, und  wir  selbst erst! Wir können erwachsen und gleichzeitig Kind, hier und in unserem Heimatort sein. Wir sind wir selbst und auch verkörpert in anderen Personen. Raum- und Zeitgrenzen sind aufgehoben. Naturgesetze werden außer Kraft gesetzt, etwa indem wir uns aus eigener Kraft in die Luft erheben und fliegen. Ebenso kommt es häufig in Träumen vor, daß wir uns nur vor etwas zu fürchten brauchen, damit es sogleich geschieht, daß z.B. eine Sturmflut hereinbricht oder ein hohes Gebäude einstürzt.

Die Sprache der Träume hat in der Tat eine eigene Logik, die von der unseres Verstandes oft weit entfernt ist. Sie ist die Sprache unseres Herzens und stellt ein Thema ganzheitlich mit seinen vielfältigen und oft auch widersprüchlichen Facetten dar.

 

Traumspiel - Dialogtechnik

Traum von Dorothea, 45 Jahre alt:

Ich bin in einem großen Innenhof eines alten Klosters. Ich komme gerade von einem Besuch bei meiner kranken Mutter im Krankenhaus, das sich genau hinter mir befindet, zurück. Eine junge Frau kommt mir hüpfend und springend entgegen, welche ich soeben alt und gebrechlich am Bett meiner Mutter angetroffen hatte. Ich bin sehr verwundert darüber.

Da höre ich von links Tiergebrüll. Dort sind Stallungen. Ich gehe näher heran und stelle fest, daß drinnen große Unruhe herrscht. Ich höre eine Stimme, die mir sagt: "Es sind Stiere, die bald geschlachtet werden sollen." Ich verspüre Mitleid mit den Tieren und beuge mich zu einem schwarzen Stier hin, der besonders laut gebrüllt hat. In dem Moment stößt er mit den Hörnern das Gitter um und rennt auf mich los.

In der Rolle der jungen, hüpfenden Frau erkennt Dorothea, daß sie selbst es ist, so wie sie früher war, in den ersten Jahren ihrer Ehe. Dann, rund fünfzehn Jahre lang, pflegte sie ihre kranke Mutter bis zu deren Tod vor einiger Zeit. Das waren harte Jahre. Erschwerend kam hinzu, daß Dorothea mit ihrer Familie in einen kleinen Ort umzog, wo sie nie richtig heimisch wurde. Sie fühlte sich gebunden und irgendwie alt und gebrechlich (wie am Krankenbett). Im Alltag fehlt ihr die Beschwingtheit und Leichtigkeit der jungen Frau. Im Traum hat sie die kranke Mutter und die  Gebrechliche hinter sich gelassen. Für ihre Seele ist die schwere Zeit vorüber. In der wachen Realität befindet sie sich noch voll darin. Dorothea ist selbst sehr verwundert darüber.

D. als Stall: Es ist dunkel. Nur von oben fällt Licht herein. Die Luft ist schwer. Ich sehe unter mir died Stiere, alle schwarz. Sie sind ganz verzweifelt. Es sind schöne, junge, schlanke Tiere mit glänzendem Fell, viel zu jung zum Schlachten. Ich sehe diese Frau. Sie ist gebückt, sehr mit dem Boden verhaftet. Sie ist den Tieren zugewandt, wie hinter die Geheimnisse kommen wollend und tiefer nachforschen wollend, was eigentlich der Sinn dieses Schlachtens ist.

D. als Stier: Ich habe auch irgendwie Mitleid mit dieser Frau. Ich habe das Gefühl, ich muß mit meiner Kraft auf sie zurennen, um sie aus diesem schweren Dasein herauszulösen und sie dadurch freimachen.

D. als Traum-Ich: Du rennst so, du erschreckst mich damit. Willst du das?

D. als Stier: Es ist mehr Lebensfreude, was ich demonstrieren will. Darum auch der gesenkte Kopf. Es ist mehr wie eine Aufforderung zum Spiel.

D. als Traum-Ich: Ich spüre irgendwie, daß du nichts Böses willst, aber ich habe trotzdem Angst.

Therapeutin zu Stier: Sag ihr noch genauer, was du meinst!

D. als Stier: Ich will dir die Leichtigkeit des Lebens zeigen. Lebensfreude zeigen. Mit Kraft etwas angehen und es dann schaffen. Das soll auch in deinem Leben wieder stärker durchkommen.

Bezeichnend ist, daß ein Stier, ein männliches Tier, sie aufrütteln will. Dorothea muß ihre 'männliche' Energie zum Anpacken und Losgehen/Losrennen mobilisieren, um aus dem Dunkel der zurückliegenden Jahre herauszufinden. Die alptraumhafte zweite Sequenz des Traumes will sie buchstäblich durchrütteln und erschrecken, damit ihr dies  bewußt wird.

 

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Maria Reith  | traumreith@arcor.de